Architektur

Die Methodik darf nicht vom Werkzeug abhängen.

Coding-Agenten unterscheiden sich. Die Regeln eines Projekts sollten davon jedoch nicht abhängen.

Normativer Kern
Welche Regeln gelten?
→
Projektspezifische Instanz
Wie gelten sie in diesem Projekt?
→
Technischer Werkzeugeinstieg
Wie erreicht der Agent sie?

Die Methodik folgt nicht dem Werkzeug. Das Werkzeug wird an die Methodik angeschlossen.

1 · Normativer Kern

Die gemeinsame Grundlage

Im KI-Workflower-Projekt ist der normative Kern KI_WORKFLOWER_KERN.md. Dort werden die grundlegenden technischen und methodischen Regeln festgelegt, die unabhängig vom später eingesetzten Coding-Agenten gelten sollen.

Der Kern beschreibt nicht „So soll Codex arbeiten“ oder „So muss Claude reagieren“, sondern: So muss in diesem Projekt gearbeitet werden.

2 · Projektspezifische Instanz

Der Kern wird auf das konkrete Projekt angewendet.

Jedes Projekt hat eigene Strukturen, Risiken, Befehle, Prüfungen und technische Besonderheiten. Deshalb wird aus dem Kern eine projektspezifische Instanz abgeleitet.

Für KI-Workflower selbst ist das AGENTS_KI_WORKFLOWER.md. In anderen Projekten folgt dieselbe Idee mit AGENTS_<PROJEKT>.md.

Hier wird festgelegt, welche Projektstruktur geschützt werden muss, welche Prüfungen gelten, welche Befehle verwendet werden, welche Sicherungen vor Änderungen erforderlich sind und welche Nachweise am Ende erwartet werden.

3 · Technischer Werkzeugeinstieg

Erst danach kommt der Coding-Agent.

Ein Werkzeug erwartet möglicherweise AGENTS.md, ein anderes CLAUDE.md oder einen anderen technischen Zugang. Diese Dateien sind nicht die eigentliche Quelle der Methodik. Sie sorgen dafür, dass der Agent die projektspezifischen Regeln erreicht.

Der Kern bestimmt die Regeln. Das Projekt konkretisiert sie. Der Werkzeugeinstieg macht sie für den Agenten erreichbar.

Bestehende Projekte

Vorhandene Regeln werden nicht blind überschrieben.

Besitzt ein bestehendes Projekt bereits eine AGENTS.md, wird zuerst geprüft, was darin steht, welche Regeln zum Projekt gehören, welche Anforderungen des aktuellen Kerns fehlen und wo es Überschneidungen oder Widersprüche gibt.

Vorhandene Projektregeln werden inventarisiert und differenziell weiterentwickelt. Fehlt eine solche Struktur, wird das Projekt zunächst untersucht und daraus eine passende projektspezifische Instanz aufgebaut.

Erreichbarkeit

Eine vorhandene Regeldatei ist noch keine wirksame Regel.

Eine Regeldatei kann perfekt geschrieben sein und trotzdem wirkungslos bleiben, wenn der Coding-Agent sie gar nicht liest. Deshalb soll nicht nur geprüft werden, ob eine Datei existiert, sondern ob der vorgesehene Regelweg für das jeweilige Werkzeug tatsächlich hergestellt ist.

Eine Regel, die den Agenten technisch nicht erreicht, kann den Arbeitsprozess nicht steuern.